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Magdalenenschule - Förderschule Winterbach
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„Ich kann das jetzt.“
Schüler berichten von ihren Erfahrungen beim Künstlerischen Abschluss auf dem Engelberg

Künsterlischer Abschluss 2018

Über zwei Dinge konnten die Besucher beim Künstlerischen Abschluss der 12. und 13. Klassen auf dem Engelberg besonders staunen: Das hohe Niveau der ausgestellten Arbeiten, die die Schülerinnen und Schüler angefertigt haben und mit denen sie eine Anforderung erfüllten, die ihnen das Fachhochschulzeugnis sichert. Und: Bei den Gesprächen mit den Absolventen, erfuhr man, dass es Schülerinnen und Schüler gibt, die tatsächlich am Ende ihrer schulischen Laufbahn sagen können, dass sie richtig was fürs Leben gelernt haben.

Der Künstlerische Abschluss kurz vor den Pfingstferien bot den äußeren Rahmen für das Adieu an die 13. Klässler, die die Waldorfschule auf dem Engelberg mit der Fachhochschulreife in der Tasche verlassen.

Beim Künstlerischen Abschluss präsentieren die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse eines Jahres intensiver Auseinandersetzung mit einem künstlerischen und handwerklichen Thema. Dazu gehörten dieses Jahr: die Beschäftigung mit Keramik, Malerei oder Steinhauerei. Daneben führten die Schülerinnen und Schüler Schreinerarbeiten von der Idee bis zum fertigen Möbelstück aus, eine Gruppe von Schülerinnen entwarf und nähte Kleider und andere fertigten Mosaike an. In die Arbeiten wird sehr viel Zeit gesteckt und die Schüler dokumentieren den Schaffensprozess vom Entwurf bis zur Fertigstellung in einem Berichtsheft, das bei der Ausstellung auslag.

Künsterlischer Abschluss 2018

In diesen Jahresarbeiten „kulminieren die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Jahres“, erläuterte Herbert Pauli, Keramikmeister und Werklehrer am Engelberg. Freilich bringen die Engelberger Schüler mehr als die Erfahrung dieses einen Jahres mit. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Materialien, begleitet die Schüler während ihrer ganzen Schulzeit. Die Grundlagen für den Umgang mit Holz etwa, werden schon in den ersten Schuljahren gelegt, erzählt Jana Remmele. Sie hat einen Schreibtisch hergestellt, der durch seine Ausführung, wie auch durch seine pfiffigen Details besticht: „Es war eine tolle Erfahrung“, sagt sie. Eine, die nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten ausgebildet hat, sondern auch ihren Blick geschärft: „Ich schaue mir Möbel jetzt ganz anders an“. Ihre Mitschülerin, Rebecca Fritz, hat sich der Keramik gewidmet. Und weil sie sich auch für Geschichte interessiert, war es naheliegend, dass sie auf die Geschichte der Keramik besonderes Augenmerk legt und historische Vorbilder in ihren Arbeiten zitiert. Da erinnert ein Krug an antike Vorbilder oder das Muster auf einer Schale zeigt das Lilien-Wappen, ein Symbol der französischen Monarchie.

Künsterlischer Abschluss 2018

Jasmin Kleinheins hat ihren künstlerischen Abschluss an der Walddorfschule mit einem Kleid beendet. Satte Rot- und Orange-Töne, üppige Callas zieren den Stoff aus Viskose-Krepp, den sich Jasmin ausgesucht hat. Sie wollte ein Kleid nähen, das „schick ist und mit dem man auch tanzen kann“. Kein Kleid, das die Trägerin einengt, sondern eins, dass Bewegung erlaubt. Was ihr bleibt von dieser Arbeit ist mehr als nur ein schönes Kleidungsstück: „Seit die Prüfungen vorbei sind, habe ich schon viel genäht. Ich kann das jetzt!“

Künsterlischer Abschluss 2018

Und auch Mathis Behr nimmt aus dem künstlerischen Abschluss mehr mit als nur eine Bewertung im Zeugnis. Er hat aus italienischem Marmor eine Steinskulptur geschaffen. Die Arbeit mit Schlageisen, Hammer und Meißel hat ihm nicht nur viel Spaß gemacht, sie hat ihn auch gelehrt, welche Strukturen, welche Formen einem solchen Stück Stein inne wohnen können. „Man meint erst, der Stein ist unbearbeitbar. Und dann kommt so etwas Schönes dabei heraus.“

Künsterlischer Abschluss 2018

Künsterlischer Abschluss 2018

An der Freien Waldorfschule Engelberg wird nach dem Grundsatz der Waldorfpädagogik gelehrt: nicht nur die intellektuelle Bildung ist wichtig, sondern es soll ganzheitlich mit Kopf, Herz und Hand gelehrt und gelernt werden. In diesem Sinne werden beim Künstlerischen Abschluss Schülerwerke aus dem praktisch-künstlerischen Bereich präsentiert: zum einen für den „künstlerischen Abschluss“, den alle Schüler der 12. Klasse in den Fächern Malen, Steinhauen und der Bewegungskunst Eurythmie absolvieren müssen, zum anderen auch die Abschlussarbeiten in den Bereichen Keramik, Schneidern und Schreinern für den Fachhochschulreifeabschluss der Schüler der 13. Klasse. Insgesamt haben am vergangen Donnerstag 78 Schüler Werkstücke und Bühnenaufführungen in der Eurythmie vorgestellt.

Sabine Reichle-Nolle,
Fotos: Christian Euler



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