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Magdalenenschule - Förderschule Winterbach
Waldorfpädagogik

Auf der Grundlage der Waldorfpädagogik arbeiten die Freien Waldorfschulen, manchmal auch Rudolf Steiner Schulen genannt. Rudolf Steiner ist der Initiator dieser Schulform. Ihre Geschichte reicht fast 100 Jahre zurück. Die Pädagogik, die an diesen Schulen betrieben wird, fußt auf einem erweiterten Verständnis des Menschenwesens. Die Waldorfpädagogen gehen davon aus, dass jeder Mensch einen Grund hat hier zu sein, dass es keine Zufälle gibt und dass die dem Leben des einzelnen Menschen zugrunde liegenden Beweggründe als Aufgabe, als zu bearbeitende Aufgabe, diesen Menschen begleiten und zu seinen jeweiligen Taten motivieren. Weiterhin gehen sie davon aus, dass der Mensch nicht zum ersten Mal hier auf der Erde lebt, sondern dass er nach dem Tod einige Zeit in der geistigen Welt gelebt hat, um dann mit neuen Entschlüssen und Fragen, aber auch Notwendigkeiten, wieder auf der Erde zu erscheinen, um sein Schicksal bearbeiten, eventuell läutern, vielleicht sogar verbessern zu wollen. Das Kind, das uns anvertraut wird, ist kein unbeschriebenes Blatt. Weiterhin gehen die Waldorfpädagogen davon aus, dass es einen christlichen, man kann auch sagen „guten“ Weg des Menschen auf der Erde gibt, der mit den positiven Zielen der Menschheitsentwicklung übereinstimmt. Wenn der Mensch mit eigenen Impulsen auf die Welt kommt, dann bedeutet Erziehung, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die der Entwicklung auf diese Impulse hin im Weg stehen. Erziehung ist dann nicht Anpassung an eine schon bestehende Erwachsenenwelt. Das Kind und der Jugendliche sind werdende Menschen mit dem verborgenen Ziel, einmal eigenständig und tatkräftig zu den sozialen Gegebenheiten einen positiven Beitrag zu leisten. Daraus ergeben sich für den Erzieher Aufgaben. Es geht darum, dem Kind durch unser eigenes Vorleben (Nachahmung), durch unser klares, erwachsenes Wissen und Lieben (Autorität) und durch unser eigenes Streben nach dem Guten, Besseren, Höheren (Ideal) deutlich zu machen, um welche Werte es in einem menschlichen Leben geht. Nachdem wir in den ersten sieben Jahren unseres Lebens unseren Körper ins Gleichgewicht gebracht haben und ihn lieben gelernt haben, lernen wir in den zweiten sieben Jahren die Welt lieben, indem wir sie mit allen Sinnen durchdringen, um dann, fußend auf dieser Eigenliebe und der Weltliebe, in den dritten sieben Jahren uns dem anderen Menschen verstehend und liebend respektvoll zuzuwenden. Aus dem anthroposophischen Menschenbild heraus ergibt sich für die Waldorfschule ein eigener Lehrplan und ein besonderer Unterrichtsaufbau. Ein Grundsatz für die Waldorfpädagogen ist: Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen. (Rudolf Steiner)
Nach oben nach oben Geschichte der Waldorfpädagogik

1907 veröffentlicht Rudolf Steiner einen Aufsatz mit dem Titel „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft“. Damit beginnt konkret die Entwicklung der pädagogischen Grundlagen für das, was später Waldorfpädagogik wird. In den folgenden Jahren baut Rudolf Steiner in unzähligen Vorträgen quer durch Europa sein Menschenbild auf, das dann die Bezeichnung Anthroposophie erhält. Die deutsche Umschreibung dieses Wortes könnte man mit Weisheit oder Wissen vom Menschen, von seinem geistigen Ursprung und seiner geistigen Zielsetzung umschreiben. In einer Zeit, in der die materialistische Weltanschauung eine immer stärker werdende Dominanz bekam, betonte Steiner die Eigenständigkeit der geistigen und seelischen Komponente im Menschenwesen. Seine Grundansicht ist, dass der Mensch primär ein geistiges, ich-begabtes, zur Freiheit veranlagtes Wesen ist, nicht nur das Produkt von Vererbung und Erziehung. Und dass der Mensch aus seinem Ichbewusstsein heraus sich selbst lenken kann und die Aufgabe hat, tatkräftig die Welt – positiv für alle Erdenwesen – mit zu gestalten. Der Erste Weltkrieg und der Zusammenbruch des Kaiserreiches zeigte, wie die Denkgewohnheiten der Zeit in die Katastrophe führten. Eine Erneuerung der sozialen Verhältnisse war in der Revolutionszeit 1918/19 angesagt. Steiners Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus sollte den Menschen in den Mittelpunkt der sozialen und politischen Ordnung stellen. Aus diesen Beweggründen heraus kam der Direktor der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik in Stuttgart – Emil Molt – auf Steiner zu mit der Frage, ob er für die Kinder der Fabrikarbeiter eine Schule einrichten könne. Steiner ging freudig auf die Aufgabe zu. So wurde im September 1919 die erste Schule für die Arbeiterkinder eröffnet, die aber von Anfang an als öffentliche Schule konzipiert war. Aus dieser Gründungsinitiative ergab sich daher auch der Name Waldorfschule. 1938 hat Hitler die Waldorfschulen wegen ihres menschheitlichen und übernationalen Charakters verboten. 1945 begann die Arbeit von neuem in den Schulen, die vorher schon bestanden hatten. Durch die freiheitliche Ordnung des Grundgesetzes konnte sich die Schulidee allmählich ausbreiten. 2013 gibt es in Deutschland 234 Waldorfschulen, in Europa 480, und weltweit sind es 1028 Schulen.
Nach oben nach obenBiographie Rudolf Steiners

Rudolf Steiner27. Februar 1861 – Rudolf Steiner wird in Kraljevec an der Grenze zwischen dem heutigen Kroatien und Österreich geboren.
1879 – Studium an der technischen Hochschule in Wien. Neben seinem Studium und der Herausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners Deutscher Nationalliteratur übernimmt Steiner eine mehrjährige Hauslehrertätigkeit in Wien.
1890 – Mitarbeit am Goethe- und Schillerarchiv in Weimar als Herausgeber der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes im Rahmen der großen Sophien-Ausgabe der Werke Goethes.
1891 – Promotion zum Dr. phil. mit einer philosophischen Arbeit in Zusammenhang mit Fichtes Wissenschaftslehre.
1893 – Steiners Hauptwerk »Die Philosophie der Freiheit« erscheint.
1898/99 – In der Berliner Zeitschrift »Magazin für Literatur« erscheinen Aufsätze Steiners zur Schul- und Hochschulreform.
1899 – Pädagogische Arbeit mit Vorträgen und Kursen an der in Berlin von Wilhelm Liebknecht begründeten Arbeiterbildungsschule.
1900 – Beginn einer fast zweieinhalb Jahrzehnte dauernden umfangreichen Vortrags- und Publikationstätigkeit in Deutschland und im europäischen Ausland, in der Steiner die anthropologischen, medizinischen, sozial-philosophischen und pädagogischen Grundlagen seines kulturellen Erneuerungsimpulses entwickelt.
1907
– Grundlegender pädagogischer Vortrag »Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft«, in dem Steiner zum ersten Mal sein pädagogisches Konzept im Umriss geschlossen darstellt.
1919 – Steiners sozialphilosophisches Werk »Die Kernpunkte der sozialen Frage« erscheint. Auf dem Hintergrund der dort entwickelten Gedanken eines freien Bildungswesens ist auch die Waldorfpädagogik und die Gründung der Waldorfschule zu sehen.
7. September 1919 – Eröffnung der ersten Waldorfschule in Stuttgart als Schule für die Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik.
30. März 1925 – Steiner stirbt in Dornach in der Schweiz.

„Wir haben nicht die Aufgabe, unserer heranwachsenden Generation Überzeugungen zu überliefern. Wir sollen sie dazu bringen, ihre eigene Urteilskraft, ihr eigenes Auffassungsvermögen zu gebrauchen. Sie sollen lernen, mit offenen Augen in die Welt zu sehen. [...] Unsere Überzeugungen gelten nur für uns. Wir bringen sie der Jugend bei, um ihr zu sagen: So sehen wir die Welt an; seht ihr zu, wie sie sich euch darstellt. Fähigkeiten sollen wir wecken, nicht Überzeugungen überliefern. Nicht an unsere „Wahrheiten“ soll die Jugend glauben, sondern an unsere Persönlichkeit. Dass wir Suchende sind, sollen die Heranwachsenden bemerken. Und auf die Wege der Suchenden sollen wir sie bringen.“

„Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die soziale Ordnung, die besteht; sondern: Was ist in dem Menschen veranlagt und was kann in ihm erweckt werden? Dann wird es möglich sein, der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heranwachsenden Generation zuzuführen. Dann wird in dieser Ordnung immer das leben, was die in sie eintretenden Menschen aus ihr machen; nicht aber wird aus der heranwachsenden Generation das gemacht werden, was die bestehende soziale Organisation aus ihnen machen will.“ Rudolf Steiner



Nach oben nach obenInternationale Waldorfbewegung

Wenn auch die Waldorfschulen ihren Ursprung in Deutschland haben, so hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Idee der Waldorfpädagogik über die ganze Welt verbreitet. Heute sind es international über 1000 Schulen in allen Teilen der Welt. Oftmals sind es auch Schulen, die über die Grenzen eines Volkstums hinweg arbeiten, was grundsätzlich der Waldorfpädagogik entspricht.

Als Dachorganisation gibt es den Bund der Freien Waldorfschulen, der vor allem die deutschen Schulen koordiniert.

Die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ bemühen sich um Patenschaften, Freiwilligendienste und Spenden für ausländische Schulen, die im allgemeinen keine staatlichen Unterstützungen bekommen und oftmals kaum existieren können, wenn sie nicht aus Europa Hilfe erhalten.

Auf internationaler Ebene findet Forschung und Lehrerausbildung in der pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach/Schweiz statt.
Nach oben nach obenZeitschrift „Erziehungskunst“

Die Zeitschrift „Erziehungskunst“ erscheint monatlich und wird zurzeit durch eine großzügige Spende an alle Eltern verteilt. Sie enthält grundlegende Artikel zur Waldorfpädagogik und auch Berichte von besonderen Initiativen in einzelnen Schulen.