Unsere Sternwarte

Cord Bonatz an unserem neuen Teleskop.
Ein wahrer Schatz!
Es gibt nur sehr wenige Schulen, die eine Sternwarte ihr Eigen nennen können. Wir sind stolz darauf dieses Juwel an unserer Schule zu haben.
Nach einigen Jahren Pause hat sich Cord Bonatz der Kuppel gewidmet. Nun kann sie im kommenden Jahr wieder unseren Schüler*innen aber auch Gästen das Weltall mit seinen spannenden Objekten wie Galaxien, Sternhaufen, Planeten, Monden etc. näher bringen.
Unsere Ziele:
Wir kümmern uns neben der Förderung des Astronomie-Unterrichts an unserer Schule im Wesentlichen um 3 Bereiche.
1. Observatorium:
Hier steht unser Teleskop, C 14 Schmidt-Cassegrain Spiegelteleskop der Firma Celestron, SC 1400 XLT, Öffnung 14 Zoll (=35,6cm), Brennweite: 3910mm.
Es werden öffentliche Führungen für alle interessierten Menschen angeboten, egal welchen Alters und natürlich auch für Leute, die nichts mit der Waldorfschule zu tun haben. Wir bieten auch spezielle Führungen eigens für unsere Schulklassen an.
2. Pinnwand:
Astronomische Infotafel, hauptsächlich für Schüler*innen, monatlich wechselndes Programm: Anblick des Sternenhimmels, Mond- und Planetensichtbarkeiten, Beobachtungstipps für zu Hause in 3 Schwierigkeitsstufen (Grundschule, Mittelstufe, Oberstufe) und ein Monatsthema, in dem über astronomische Themen aus Wissenschaft und Forschung für Schüler*innen verständlich berichtet wird. Der Inhalt der Pinnwand ist auf dieser Homepage unter „astronomische Infotafel“ ersichtlich.
3. Unterricht:
Im unteren Raum befinden sich Modelle und Anschauungsmaterialien für den Unterricht, speziell für unsere Epochen in Klasse 6 und 11. Dieser Raum ist eine Anlaufstelle für unsere Lehrkräfte. Hier können sie sich Hilfe bei der Unterrichtsplanung holen, Arbeitsblätter, Modelle, Bilder, Poster etc. ausleihen und auch mit einer halben Klasse unser großes Erde-Sonne-Mond Modell vorführen, bei dem Tag und Nacht, Jahreszeiten und Finsternisse, sowie Tierkreis-Sternzeichen anschaulich gezeigt werden können. Bitte an Herrn Bonatz wenden. Im Aufbau befindet sich eine Astronomie Bücherei für Schüler*innen
Sterne bestaunen
Aktuelle Führungen
An diesen Terminen ist unsere Sternwarte geöffnet:
um 20:00 Uhr.
Bitte melden Sie sich an über:
Der Platz in der Kuppel ist begrenzt auf 18 Teilnehmer:innen. Weil die Sternenbeobachtung stark vom Wetter abhängig ist, erhalten Sie erst einen Tag vor der Veranstaltung die verbindliche Zusage.
Die Führungen sind kostenlos. Wenn Sie uns unterstützen möchten, freuen wir uns über eine kleine Spende in unsere Spendenkasse.
Bei den Führungen herrscht Außentemperatur, bitte entsprechend kleiden.
Sternbilderführung:
Nach Anfrage: Wir wandern ca. 20 min zu einer dunklen Wiese und genießen dort gemeinsam den Sternenhimmel. Ich werde Sternbilder zeigen, etwas zur Orientierung am Nachthimmel erklären, sowie spannende Dinge über Sterne und Planeten erzählen. Natürlich dürfen auch alle Fragen über das Universum mitgebracht werden. Ferngläser dürfen gerne mitgebracht werden. Künstliche Lichtquellen (wie Handy oder blinkende Schuhe) stören die Beobachtung, bitte darauf verzichten. Das Auge benötigt eine halbe Stunde bis zur vollständigen Anpassung an die Dunkelheit. Rotes Licht stört die Dunkeladaption des Auges nicht, wer den Weg zur Wiese nicht ohne Taschenlampe gehen möchte, bitte mit rotem Glas oder Papier abdecken.
Die Führung beginnt und endet am Friedhof in Grunbach (Ecke Lehenstraße/Osterstraße). Dauer ca. eine Stunde.
Sonderführungen:
Bei speziellen Himmelsereignissen, z.B. Sonnenfinsternis etc. Infos finden Sie immer ganz aktuell hier auf unserer Seite.
Astronomische Infotafel
Der Sternenhimmel im Februar
- Betrachte den Mond mit dem Fernglas, kannst du Krater erkennen?
- Suche die hellen Wintersternbilder Orion, Grosser Hund, Zwillinge, Stier und Fuhrmann
Fortgeschrittene:
- Versuche auch einmal lichtschwächere Sternbilder wie Fische, Krebs oder Drache zu finden
- Sehr schön ist der Doppelsternhaufen h und χ Persei
Experten:
Diese Objekte lohnen sich nur bei guten Sichtbedingungen, einem klaren Himmel ohne störende Lichtquellen und ohne Mondlicht, dann jedoch sind sie relativ einfach zu finden und im Fernglas oder kleinen Teleskop eine wahre Freude:
- Wirf einmal einen Blick auf unsere Nachbargalaxie, den Andromeda –Nebel! (Im Fernglas siehst du einen verschwommenen, elliptischen,„nebligen“ Fleck)
- 3 offene Sternhaufen M 35, M 36 und M37.
M 36 ist im Fernglas bereits in einzelne Sterne auflösbar
M 35 und M 37 sind für Fernglas oder kleineres Teleskop geeignet
Das Wintersechseck

Merkur
Der Planet Merkur ist der sonnennächste Planet, seine Umlaufbahn ist nur ca. 1/3 so groß wie die Erde und er umläuft die Sonne in 87 Tagen. Da er der Sonne sehr nah ist und aufgrund der Tatsache, dass er der Sonne immer die selbe Seite zeigt, herrschen auf ihm extreme Temperaturen: +427° C auf der hellen und -173°C auf der dunklen Seite. Merkur ist nur ca. 1/3 so groß wie die Erde, etwas größer als unser Mond. Aufgrund der geringen Masse herrscht auf ihm eine viel geringere Schwerkraft als auf der Erde, er kann Gase nicht stark genug anziehen um eine Atmosphäre zu bilden. Gase würden in den Weltraum entweichen. Ein Astronaut könnte auf ihm ca. 6 mal so hoch springen wie auf der Erde (hätte aber auch ein Problem mit Kälte oder extremer Hitze). Man kann ihn sich ähnlich vorstellen, wie unseren Mond: karg, felsig, ohne Atmosphäre, mit Kratern übersäht. Nur auf der Sonnenseite extrem heiß. Da der Planet Mekur der Sonne sehr nahe ist, kann man ihn so schwer beobachten. Wenn er überhaupt zu sehen ist (und nicht gerade vor oder hinter der Sonne) hat er nur einen sehr kleinen Abstand von der Sonne. Er geht also nur ganz kurz vor der Sonne auf oder kurz nach ihr unter. Es gibt meist nur ein kleines Fenster von 2 bis 4 Wochen im Jahr, wo man überhaupt die Chance hat, ihn beobachten zu können. Vom Wetter mal ganz abgesehen. Selbst der große Astronom Kopernikus soll sich auf seinem Sterbebett beklagt haben, den Merkur nie gesehen zu haben.
Foto: Sonne und Merkur (Bild: pixabay )

Merkur beobachten:
Diesen Februar gibt es wieder eine Chance den flinken Planeten Merkur zu „erwischen“, gegen Mitte des Monats ist die beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Er ist ab 8.2. am Abendhimmel im Westen kurz nach Sonnenuntergang zu sehen, die besten Bedingungen sind am 19.2. Ab dem 24. ist er der Sonne zu nahe, es ist noch nicht dunkel genug ihn zu sehen, wenn er bereits untergeht.

10° ist ungefähr die Breite einer ausgestreckten Faust. Merkur ist also sehr tief am Horizont zu Finden. Außer Saturn ist in dieser Gegend aber sonst kein Gestirn in Horizontnähe zu Sehen, eine Orientierungshilfe bietet das Sternbild Pegasus. In der Gegend des Merkur ist sonst kein heller Stern zu sehen, seht ihr dort einen gelben „Stern“ ist es ziemlich sicher der Planet Merkur. Ganz sicher seid ihr, wenn ihr diesen im Fernglas beobachtet:
ein Stern erscheint bei jeder Vergrößerung punktförmig, Beim Merkur erkennt ihr im Fernglas oder Teleskop die Planeten-„Scheibe“, also ein flächiges Objekt. Da wir schräg von hinten auf den Merkur blicken, sehen wir sogar Phasen wie beim Mond. ca. 19. ist „Halbmerkur“, danach sieht man ihn als immer schmalere Sichel (siehe Tafel)
Bild aus: Das Himmeljahr 2026, Kosmos Verlag
(Auch Venus zeigt Phasen und Sichelgestalt. Das geht nur, wenn ein Planet näher an der Sonne ist als die Erde)

Vorsicht: Mit Ferngläsern NIEMALS in die Sonne blicken!!! Erblindungsgefahr!! Ist sie noch nicht untergegangen, dann nicht in Ihre Nähe mit dem Fernglas schauen! Das Fernglas bündelt das Sonnenlicht ebenso wie eine Lupe, im Brennpunkt wird es so heiß, dass man Papier anzünden kann. Euer Auge „kocht“ wie ein rohes Ei in der Pfanne und das Durchsichtige wird weiß, ihr könnt nichts mehr sehen! Das geht schneller als ihr das Auge schließen könnt, also keine Experimente!
Astronomie und Bildung
Für die Bildung ist die Astronomie von großem Wert. Zum Einen wird die Größe des Universums und die riesigen Entfernungen deutlich, gleichzeitig kann einem bewusst werden wie klein, wertvoll und außergewöhnlich die Erde in den sonst lebensfeindlichen Weiten des Kosmos ist.
Viele weitere Erkenntnisse tragen zum naturwissenschaftlichen und allgemeinen Verständnis bei wie zum Beispiel, dass die Physik auf der Erde die selbe ist wie im Weltraum und auch in beidem die selben Elemente vorkommen. Höhere Elemente, wie die Bausteine des Lebens zum Beispiel Kohlenstoff, sind überhaupt erst in Sternen entstanden. Wir bestehen also tatsächlich aus „Sternenstaub“. Auch den Goldring am Finger verdanken wir einer Supernovaexplosion.
Weitere Erkenntnisse können sein, dass wir erst sehr wenig wissen und vielleicht vieles überhaupt nie erfahren werden, dass nicht alles zu Wissen in Ordnung ist und wir trotzdem Fragen stellen und Antworten suchen dürfen. Dass Irren menschlich ist, dass „über den Tellerrand schauen“ und ungewöhnliche Wege gehen uns manchmal weiter bringen können.
Astronomie ist die Lehre vom Großen und Ganzen. Die Kosmologie mit der Entstehung und Entwicklung des Universums weitet unseren Horizont. Der Umgang mit Dingen und Gesetzen, die größer und mächtiger sind als wir und die wir nicht beeinflussen können, haben ebenfalls einen erzieherischen Wert. Die Astronomie hat uns Zeitrechnung, Kalender, Navigation und Orientierung beschert und technische Entwicklungen vorangetrieben.
Die Kosmologie lehrt uns, dass das Universum einen Ursprung, ein Alter und eine Entwicklung hat, Sterne oder das All also nicht ewig und unveränderlich sind, ja dass selbst Elementarteilchen erst entstanden sind.
Beim Betrachten von Gestirnen kann man über all dies und noch vieles mehr nachdenken – oder einfach nur staunen und die Wunder des Universums mit eigenen Augen genießen.
Unser Team

Team: Phillip Fürdens, Cord Florian Bonatz, Johanna Kaffer, Bela Balint, Christiane Ziegert
Mitmachen: Hier könnte dein Name stehen: Wir suchen interessierte Lehr*innen, Eltern und Schüler*innen, die bei uns mitarbeiten möchten. Einfach anfragen unter sternwarte@engelberg.net






